Work-Life_Balance für Führungskräfte

Work-Life-Balance: Eine Einführung

Aktualisiert: 11. Aug 2022

Die Techniker Krankenkasse unternahm 2013 eine Studie unter ihren Mitgliedern zum Thema Work-Life-Balance. Dabei stellte sich heraus, dass die Menschen ihre Arbeit als den Stressfaktor Nummer Eins nannten. Dabei sollte man jedoch nicht den Fehler machen, die Arbeit als den einzigen Stressauslöser zu betrachten, schließlich arbeiten wir nicht nur, sondern wir müssen viele Bereiche des Lebens meistern.

Der Grund der Untersuchung war, dass festgestellt wurde, dass die Krankmeldungen aufgrund psychischer Probleme in den letzten Jahren extrem angestiegen sind. Überproportional viele Menschen im Berufsleben fühlen sich überlastet und ausgebrannt. Sie klagen über Magen- und Rückenprobleme, Schlafstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Herz-Kreislaufbeschwerden. Viele sind einfach zutiefst unzufrieden mit Ihrem Leben. Ihr Leben ist aus dem Gleichgewicht geraten!

Es gilt, einmal generell festzuhalten, in wie vielen Bereichen der Mensch engagiert ist, wo er sich einbringt und wo genau das Gleichgewicht gestört ist. Die Studie ergab weiterhin, dass jeden vierten Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf belasten, das klassische Problem eines aus dem Gleichgewicht geratenen Lebens.

Hier setzt unser Work-Life-Balance-Modell an

Work Life Balance ist wie SeiltanzUm die Situation entscheidend zu verbessern, brauchen Sie Ihr Leben lediglich wieder ins Gleichgewicht zu bringen! Das geschieht allerdings nicht von selbst. Sie müssen Ihr Gleichgewicht aktiv suchen! Dazu betrachten Sie die sechs wesentlichen Lebensbereiche, die wieder ins Lot gebracht werden sollen.

Wenn Sie das schaffen und diese aufeinander abstimmen, so wird Ihr Leben wieder ins Gleichgewicht geraten und Sie erleben wieder diese Glücksmomente, die Sie so sehr schätzen.

Um der Sache nun auf den Grund gehen zu können, müssen wir zunächst einmal feststellen, wo sich bei Ihnen genau das Ungleichgewicht eingestellt hat. Stellen Sie sich einen Artist auf einem Hochseil vor. Er hält eine Balancierstange in der Hand. Plötzlich hängt ihm ein Clown an das eine Ende der Stange einen 40 Kilo schweren Kartoffelsack. Unser Artist verliert unweigerlich seine Balance. Das Leben selbst ist etwas komplizierter, da wir es mit sechs Gewichten zu tun haben, die ausbalanciert werden müssen.

Das Rad der Work-Life-Balance

Work_Life_Balance_Modell_als_Rad

Stellen Sie sich einfach unsere sechs Lebensbereiche vor. Das fällt Ihnen leichter, wenn Sie es mit bildhafter Unterstützung tun, sehen Sie dazu die folgende Grafik: Betrachten wir diese sechs Sektoren einmal genauer:

  • Arbeit und Beruf: Wir arbeiten zu viel und leben zu wenig
  • Soziale Kontakte: Weil wir in Sektor 1 bereits zu viel tun, verarmen wir sozial
  • Emotionale Bindungen: Familie und Beziehung bleiben auf der Strecke
  • Intellektuelle Entwicklung: Wir tun so viel für andere, doch der eigene Geist verarmt. Feed your mind!
  • Körperliche Gesundheit: Dazu müssen wir wohl nichts mehr sagen
  • Spiritualität: Es muss doch noch mehr geben! Gibt es. Finden Sie es heraus!

Bei dem hier gezeigten Kreis handelt es sich nicht um ein Beispiel aus dem „richtigen“ Leben. Die Verteilung der Bereiche soll Sie nur in Ihrer bildhaften Vorstellung unterstützen und Ihnen verdeutlichen: Immer wenn Sie einen Bereich vergrößern sind Sie gezwungen, einen anderen Bereich zu verkleinern. Mehr als 100% Leben haben wir nicht.

Wir haben nicht mehr als 100% Leben.

Schritt 1:

Zeichnen Sie die sechs Kreissegmente wie ein Tortenstück ein. Was bekommt den größten Teil des Kuchens ab? Jener Lebensbereich, der aktuell für Sie am wichtigsten ist, dann folgt der Bereich, der Ihnen am zweitwichtigsten ist und so weiter. Achtung: Verteilen Sie hier den Kuchen nach aktueller Situation, und nicht nach der gewünschten! Versuchen Sie, ihr Leben so abzubilden, wie es derzeit ist!
Ich empfehle dazu einen Bleistift, das Sie sehr wahrscheinlich mehrere Versuche unternehmen müssen, bis die Proportionen stimmen.


Dann betrachten Sie Ihr Ergebnis: Gefällt Ihnen, was Sie sehen? Ist alles harmonisch aufgeteilt? Nun, wahrscheinlich nicht, sonst würden Sie sich nicht gerade über das Thema informieren. Sie sehen Stücke, die einfach zu groß sind und solche, die zu klein sind. Deshalb ist Ihr Leben aus dem Gleichgewicht. Eine hübsche Analogie hierzu ist das Rad eines Autos: Läuft es unrund, geht man in eine Werkstatt zum Auswuchten. Sie könnten demnach einfach jenen Bereich auswählen, der Sie am meisten aus dem Gleichgewicht bringt und hier Veränderungen herbeiführen. Wir empfehlen aber eine ganzheitliche Betrachtung aller Lebensbereiche, da sie im Grunde alle zusammen hängen.

Schritt 2:

Wie würde denn das Work-Life-Balance Rad aussehen, wenn Ihr Leben im Gleichgewicht wäre? Zeichnen Sie diese Verteilung in einem zweiten Kreis auf: Zeichnen Sie sich Ihre Wunsch-Balance. Merken Sie, wie alleine die Vorstellung eines Lebens in der Balance Sie bereits ein ganz klein wenig weiter bringt? Nun sehen Sie, in welchen Bereichen Sie zuerst ansetzen sollten, um Ihr Leben (wieder) ins Gleichgewicht zu bringen.


Zur nachhaltigen Wiederherstellung einer gesunden Work-Life-Balance, können Sie Wege und Methoden lernen, mit Ihren Belastungen besser umzugehen. Ihre innere Einstellung und die Bereitschaft, Veränderungen vorzunehmen, machen den Unterschied.

Ihre Work Life Balance heute

Um Ihnen diese Schritte zu erleichtern, können Sie sich das Formular

„Work-Life-Balance – Sind meine Lebensbereiche in Balance?“

herunterladen.

Einfach Bild anklicken

Gibt es die perfekte Standardaufteilung?

Nein! Ich werde zu diesem Thema häufig nach einer Patentlösung, nach konkreten Prozentzahlen der Aufteilung gefragt. Da sich jeder Mensch aber in unterschiedlichen Lebenssituationen befindet, jede Person unterschiedliche Fähigkeiten hat mit ihren Belastungen umzugehen, unterscheidet sich ein Leben im Gleichgewicht von Mensch zu Mensch.

Das heißt, es gibt keine allgemeingültigen Regeln. Sie alleine bestimmen, was gut für Sie ist! Es geht darum, exakt jene Segmentgrößen einzuhalten, bei denen Sie persönlich Ihren inneren Glückspunkt erreichen!

In meinen Coachings oder Workshops entwickeln wir Möglichkeiten, wie Sie mit Stress und Ihren persönlichen Ressourcen anders umgehen können, damit Ihre Arbeit und Ihr Privatleben wieder im Gleichgewicht sind.


Möchten Sie mehr über Ihre Work-Life-Balance erfahren…

… und wie Sie diese in Ihrem Führungsalltag in gutem Gleichgewicht halten können?

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Führungs-Stratgiegespräch mit Susanne Schwerdtfeger

Work Life Balance ist oldschool?

5 Tipps für Führungskräfte und ihre Work Live BalanceDas Thema Work Life Balance hat nichts an Brisanz verloren. Im Gegenteil: Unser Leben ist noch herausfordernder, vielleicht sogar anstrengender geworden. Immer mehr leisten in immer kürzerer Zeit belastet uns alle zunehmend. Das gilt auch für Führungskräfte.

Aber es ist inzwischen auch ein Wandel eingetreten. Immer mehr Menschen haben keinen Bock mehr auf das ständige Hamsterrad. Immer mehr Menschen suchen nach einem Leben in Balance.

Sie wollen Beruf und Privatleben in gesundem Einklang halten. Sie wollen nicht mehr für den Job oder die Karriere auf Familie, Freunde und ihre eigenen Bedürfnisse verzichten. Lebensqualität in allen Bereichen steht bei ihnen ganz oben auf der Prioritätenliste. Ich finde das gut!

Doch von allein kommt so eine Balance nicht. Die persönliche Lebensqualität, die individuelle Work-Life-Balance muss immer wieder geprüft werden, damit das Leben nicht in Schieflage gerät. Dazu kann unser Work-Life-Balance-Modell eine praktische Unterstützung sein.


Buchtipps zu Work-Life-Balance:

Work-Life-Balance: So bringen Sie ihr leben (wieder) ins Gleichgewicht, Susanne Schwerdtfeger, Heike M. Cobaugh, März 2014 

Wie Buddha die Work-Life-Balance erfand: Und wie seine Gedanken Ihnen heute den Alltag erleichtern, Dan Zigmond (Autor), Bettina Snowdon (Übersetzer), August 2020


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2 Kommentare

  1. Toller, sympathischer und in meinen Augen sehr wichtiger Beitrag! Priorisieren ist in meinen Augen ebenfalls das A und O. Wer meint, für nichts Zeit zu haben, bei dem sind zumeist die Prioritäten nicht klar geordnet. Umso wichtiger, dass, wie hier richtigerweise gefordert, das Multi-Tasking ausbleibt und sich stattdessen auf das fokussiert wird, was gerade wirklich wichtig ist.

    Überhaupt sind diese Tipps gelungene Ansätze zur optimalen Work-Life-Balance. Etwas anderes als das übliche „Das Smartphone einfach mal ausgeschaltet lassen“ und vor allem etwas ganz Praktisches und Greifbares. Gerade Zeitmanagement dürfte in der heutigen Zeit das A und O für ein Leben in Balance gelten.

    In meinem Blogbeitrag dazu habe ich mich an 5 Wegen versucht, mit denen man die Work-Life-Balance ansonsten noch optimieren könnte. Trägt ggf. noch was zur Diskussion bei: https://ausbilderschein24.de/work-life-balance-optimieren/

    Freue mich über Austausch und verbleibe mit den besten Grüßen!

    Antworten
    • Hallo Anonymous,

      freut mich, dass Sie Work-Life-Balance auch als so ein wichtiges Thema ansehen.

      Und ja, Sie haben absolut recht: es geht über das „Nur-Weglegen-des Smartphones“ weit hinaus.
      Es braucht auch Klarheit über seine Prioritäten, egal ob im Bereich „Work“ oder im Leben grundsätzlich.

      Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Zeitmanagement ohne Einbeziehung aller Lebensbereiche, funktioniert nicht.
      Deswegen ist das auch immer Bestandteil meiner Zeitmanagementseminare- oder -Coachings

      Ihren Artikel habe ich mit großem Interesse gelesen.

      Ich glaube, Berufseinsteigern sollte da frühzeitig Unterstützung und die passenden Werkzeuge mit auf den Weg gegeben werden, so wie Sie das machen. Toll und sehr wichtig!
      Gleich in der Ausbildung diesen wichtigen Grundstein zu legen, halte ich für sehr wichtig.

      Hier sehe ich durchaus auch eine Führungsverantwortung.

      Herzliche Grüße
      Susanne Schwerdtfeger

      Antworten

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