Work-Life-Balancing-Programme im Betrieb

 

Work_Life_Balance_in_FirmenViele Firmen unterhalten bereits Programme, die den Ausgleich zwischen der Arbeit und dem Rest vom Leben unterstützen sollen. Unter anderem finden wir Initiativen bei BMW, VW und Porsche sowie bei einigen Ministerien und im Öffentlichen Dienst. Was ist mit Ihrer Firma? Fragen Sie in Ihrer Personalabteilung nach! Sollten Sie dort nicht fündig werden, so wiederholen Sie die Nachfrage alle paar Monate und versichern Sie sich der Mitwirkung Ihrer Kollegen. Glauben Sie nicht, dass Ihre Geschäftsleitung der Idee gänzlich ablehnend gegenüber stehen wird, gerade heute ist Work-Life-Balance ein „Buzz-Word“, d.h. es ist „in“. Werden Sie also vorstellig, und wenn Sie Lust dazu verspüren, so bieten Sie gleich an, das WLB-Projekt als Projektleiter auf den Weg zu bringen! Trauen Sie sich!

Betriebliche Maßnahmen zur Work-Life-Balance umfassen beispielsweise:

  • Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit, Teilzeit, Elternzeit, Arbeitszeitkonten und Sabbaticals
  • Flexible Arbeitsorte wie Home-Offices mit Telearbeitsplätzen
  • Angebote der Kinderbetreuung im Betrieb oder Förderung der Betreuung
  • Ruhezonen, Räume für Sport, Fitness oder Gymnastik,
  • Kursangebote in Entspannung, Yoga, richtiger Bildschirmarbeit, etc.
  • Physiotherapie und Massage am Arbeitsplatz
  • Seminare zur Gesundheitsprävention, gesunde Ernährung, Maßnahmen für eine altersgerechte Arbeitsgestaltung

An der Planung und Umsetzung der genannten Work-Life-Balance-Maßnahmen sollten Führungskräfte alle betroffenen Mitarbeiter beteiligen; Mitarbeiter ohne Familie sollten ebenfalls berücksichtigt werden. Wichtig ist es, die jeweiligen Prioritäten der beteiligten Personen zu kennen! Während für den einen das Privatleben und seine Familie am wichtigsten sind, hat für den anderen der Beruf Vorrang und für den dritten ist beides gleich wichtig.

In meinen Workshops habe ich häufig die Erfahrung machen können, dass viele Mitarbeiter und Führungskräfte bereits mit einem Tag Home-Office, d.h. arbeiten von zuhause aus, eine wesentliche Verbesserung Ihrer Situation erreichen konnten. Aber Achtung: Nicht jeder ist für diese Art des Arbeitens geschaffen. Wenn Sie das Gefühl anderer Menschen um sich herum brauchen, dann ist Home-Office nicht das Richtige für Sie.

Das Gefühl, einfach zu viel zu arbeiten, bestimmt heute oftmals unseren Alltag. Wir leiden oft seit Jahren an den bekannten Stress Symptomen und sagen uns ständig, dass wir gerne weniger arbeiten würden. Die meisten von uns tun es aber nicht, weil sie nicht wissen, wie viel „weniger“ ist.

Wir wissen nicht, wo im Sektor Arbeit unserer innerer Glückspunkt liegt. Diesen zu finden bedeutet zwar nicht zwangsläufig, weniger Zeit zu arbeiten. Falls doch, was würden wir dann mit der plötzlichen Freizeit und Freiheit anfangen? Wenn da nichts ist, kann die Waage auch nicht durch weniger Arbeit ins Gleichgewicht gebracht werden. Wir sollten also zunächst herausfinden, wofür wir arbeiten, um dann sagen zu können, wie viel wir arbeiten wollen, um dieses Wofür zu erreichen.

In unserem Buch „Work-Life-Balance“ haben wir eine Checkliste erstellt, mit deren Hilfe Sie feststellen können, was Ihnen in Bezug auf Ihre Arbeit wichtig ist. Viele meiner Klienten waren sehr erstaunt, damit zum ersten Mal feststellen zu können, was ihnen wirklich wichtig ist an ihrer Arbeit! Bislang wussten sie es nicht, und solange bestand daher auch ein Ungleichgewicht!

 

Checkliste: Work-Life-Balance: Wofür arbeiten Sie?

Sie arbeiten natürlich für das, was Ihnen wichtig ist. Doch was ist das? Kreuzen Sie an; selbstverständlich mit Mehrfachnennungen.
Meine Arbeit soll mir bieten oder ermöglichen:

  • Wirtschaftliche Sicherheit
  • Einen sicheren Arbeitsplatz
  • Erfolgserlebnisse
  • Status, Position, Prestige, Macht, Einfluss, Ansehen
  • Interessante Leute kennenlernen
  • Austausch unter Gleichgesinnten
  • Mit kompetenten Leuten zusammenarbeiten
  • Ich möchte einfach nur in Ruhe meine Arbeit machen.
  • Ich möchte meine Arbeit so gewissenhaft machen, wie ich mir das vorstelle.
  • Sie soll mir einen bestimmten Lebensstil ermöglichen.
  • Ich möchte an technischen Neuerungen mitarbeiten.
  • Gelegenheit zur Selbstverwirklichung
  • Meine Arbeit soll mit meinen Werten übereinstimmen.
  • Spaß
  • Anerkennung von Vorgesetzten, Kunden, Mitarbeitern, der Gesellschaft, dem Freundeskreis
  • Meine Arbeit soll Sinn machen.
  • Sie soll mir Gelegenheit geben, mich für Menschen und Gesellschaft nützlich zu machen.
  • Durch meine Arbeit soll die Welt ein bisschen besser werden.
  • Sie sollte mir genügend Zeit für meine Familie lassen.
  • Karriere
  • Ich möchte meine Ideen einbringen können.
  • Was ist Ihnen außerdem besonders wichtig?

Sie wollen die Fragen direkt ankreuzen? Dann klicken Sie hier die Checkliste: „Wofür arbeiten Sie?“ an.

Selbst wenn Sie nun feststellen sollten, dass Ihnen Ihre Arbeit offenbar nicht das gibt, was Sie wollen, keine Panik. Sie sind gerade dabei, wieder mehr Kontrolle über Ihr Leben zu bekommen, da Sie soeben erfahren haben, was Ihnen wirklich wichtig ist an Ihrer Arbeit. Nun sollten Sie sich eine entscheidende Frage stellen:

 

Bekommen Sie in Ihrer Arbeit das, was Ihnen wichtig ist?

Viele von Ihnen werden ehrlich antworten müssen: Nein. Das verwundert nicht, schließlich gäbe es ansonsten ja keine Disbalance!
Sie haben anhand der Checkliste festgestellt, dass Ihnen X ganz wichtig ist. Ihre Arbeit gibt Ihnen aber stattdessen Y oder nur ganz wenig X. Und genau das ist es, was Ihr Leben arbeitsmäßig aus dem Lot bringt.
Das Ungleichgewicht lautet: viel Arbeit, wenig X!
In meinen Seminaren und Coachings kann ich die Menschen, die gerade ernüchternd diese Erkenntnis machen, auffangen. Wenn Sie diese Erkenntnis alleine gewinnen sollten, können Sie sich selbst auffangen.
Sie haben Alternativen:

  • Besteht keinerlei Aussicht darauf, genügend X bei Ihrem Job zu bekommen, so suchen Sie sich am besten einen neuen Job.
  • Indem Sie Prioritäten setzen, verändern Sie Ihre Arbeit so lange, bis Ihr Bedarf an X endlich gedeckt ist

Wie das geht, erfahren Sie in meinem nächsten Artikel mit dem Titel „Work-Life-Balance: Was ist Ihnen wichtig?“
 

 

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