Aktualisiert: 12. Okt 2020

Prokrastination – das klingt nach einem Wort, das man am liebsten sofort wieder wegschieben will. Und damit liefert man auch gleich eine schöne Definition dieses etwas sperrig wirkenden Begriffs.

Denn Prokrastination betrifft viele FĂŒhrungskrĂ€fte. Es steht fĂŒr das Aufschieben, Verschieben von TĂ€tigkeiten, die eigentlich erledigt werden mĂŒssten. Da klingt Aufschieberitis schon sympathischer, lĂ€uft aber auf das Gleiche hinaus. Trotzdem gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Aufschieberitis und Prokrastination. Aber schauen wir zunĂ€chst, inwiefern FĂŒhrungskrĂ€fte von diesen beiden PhĂ€nomenen betroffen sind.

Home-Office und Aufschieberitis: Die TĂŒcke der Freiheit

In Corona-Zeiten ziemlich realistisch: Stellen wir uns einen Mitarbeiter einer Versicherungsgesellschaft vor. Am heutigen Tag muss er etwas tun, was ihm ĂŒberhaupt nicht behagt. Er hat von seiner FĂŒhrungskraft die Anweisung bekommen, potenzielle Neukunden anzurufen. Das Wort, das wohl fast jedem Vertriebler die Nackenhaare zu Berge stehen lĂ€sst, lautet Kaltakquise. Doch die FĂŒhrungskraft erwartet genau das.

Unser Mitarbeiter ist ein ziemlich guter VerkĂ€ufer, von der Kaltakquise hĂ€lt er allerdings nicht sehr viel. Dennoch setzt er sich diszipliniert an seinen Schreibtisch, öffnet die Adressliste, die er abtelefonieren soll und wĂ€hlt die erste Nummer 


Nein, das stimmt so nicht ganz. Er ist in Wahrheit nur kurz davor, diesen Anruf zu tĂ€tigen. Denn dann fĂ€llt ihm die GeschirrspĂŒlmaschine ein. Hat er sie heute schon geleert? Er ist sich nicht sicher, steht also auf und kontrolliert, ob er diese Aufgabe erledigt hat. Hat er nicht! Unverzeihlich! Also macht er das eben kurz.

ZurĂŒck am Schreibtisch fĂ€llt unserem Mitarbeiter ganz plötzlich ein, dass er ein PĂ€ckchen erwartet. Ist ein Geschenk fĂŒr seine Frau, die es erst am Wochenende bekommen soll. Den Hörer hat er diesmal schon in der Hand, aber das muss warten. Jetzt ist der Briefkasten eindeutig erst einmal wichtiger 


Wir wissen nicht genau, wie der Tag des Mitarbeiters weiter verlaufen ist, können aber wohl vermuten, dass die Zeit, die er eigentlich in die Kaltakquise investieren wollte, sich in ĂŒbersichtlichen Grenzen hĂ€lt.

Zusammenfassung: Aufschieberitis kann in nahezu allen Lebensbereichen zu erheblichen Problemen fĂŒhren.

Der Unterschied zwischen Prokrastination und Aufschieberitis

ZunĂ€chst einmal ist es wichtig, zwischen beiden Begriffen zu unterscheiden. Denn die Prokrastination ist eine wissenschaftliche Bezeichnung fĂŒr pathologisches Aufschiebeverhalten. Das ist durchaus ernst zu nehmen, denn Prokrastination kann sich auf alle wichtigen Bereiche des Lebens auswirken. Dies kann zu Problemen im privaten Bereich fĂŒhren, aber auch auf dem schulischen, akademischen oder beruflichen Gebiet teils verheerende Auswirkungen haben.

Wir wollen hier die möglichen Folgen von Prokrastination nicht weiter vertiefen, FĂŒhrungskrĂ€fte, die meinen, betroffen zu sein, sollten sich aber dringend Hilfe holen. Eine gute Adresse bei Prokrastination ist die Uni MĂŒnster, die sich mit dem Krankheitsbild intensiv beschĂ€ftigt.

Im Vergleich zur Prokrastination wirkt schon das Wort Aufschieberitis deutlich harmloser. Aber wĂ€hrend beim Krankheitsbild psychische Störungen wie Depression oder Angststörungen entstehen können, wĂ€re es ein Fehler, die Aufschieberitis nur sanft zu belĂ€cheln. Denn auch sie hat Folgen. Und wenn wir uns noch einmal unseren Mitarbeiter der Versicherung anschauen, den wir oben durch seinen Vormittag begleitet haben, liegt es auf der Hand, dass er ernste Probleme bekommen wird, wenn er seine Aufschieberitis nicht in den Griff bekommt. Denn in seinem Fall heißt das: Keine Kaltakquise, keine Neukunden, keine Neukunden, keine UmsĂ€tze.

Zusammenfassung: WÀhrend Prokrastination pathologisch ist, ist das bei der Aufschieberitis anders. Doch Konsequenzen haben beide PhÀnomene.

Aufschieberitis: Wer ist gefÀhrdet?

Die Frage mĂŒsste eher andersherum lauten: Wer ist nicht gefĂ€hrdet? Denn Aufschieberitis ist ein gesellschaftliches Problem, das sich durch alle Schichten und Branchen zieht. Die oben erwĂ€hnte Uni MĂŒnster hat durch eine Umfrage herausgefunden, dass 98 Prozent der Befragten angaben, regelmĂ€ĂŸig Anzeichen fĂŒr Aufschieberitis zu haben.

Betroffen sind also unglaublich viele Menschen, SchĂŒler und Studenten, wenn sie fĂŒr eine Arbeit oder PrĂŒfung erst auf den letzten DrĂŒcker mit dem Lernen beginnen. Aber auch vermeintlich „gestandene“ Leute wie Journalisten, AnwĂ€lte, Unternehmer und 
 Sie ahnen es: FĂŒhrungskrĂ€fte. Die wurden zwar nicht in die Befragung der Uni MĂŒnster mit einbezogen. Doch die Frage liegt nahe: Wenn alle anderen betroffen sind, warum dann nicht auch FĂŒhrungskrĂ€fte?

Schauen wir uns einmal ein Projekt an, das einen erschreckend klaren Blick auf die Aufschieberitis wirft: der neue Berliner Flughafen. Dessen Eröffnung wurde schon bis September 2009 um 2.500 Tage verschoben, wie die Berliner Morgenpost schreibt. Und wir können fleißig weiter zĂ€hlen und davon ausgehen, dass noch viele weitere Tage hinzukommen, bis irgendwann einmal ein Flugzeug in Berlin landet oder startet.

Nun kann man natĂŒrlich auf Berlin bezogen sagen, dass es weniger die Aufschieberitis als vielmehr die schlechte Organisation und GeklĂŒngel hinter verschlossenen TĂŒren waren, die zu den Verzögerungen beigetragen haben und weiterhin beitragen. Doch das ist zu kurz gedacht, denn im Ergebnis wurde und wird verschoben, verschoben, verschoben. Also: Aufschieberitis.

Man muss sagen, dass Aufschieberitis durchaus nachvollziehbar ist. Wer wĂ€hlt nicht dankbar eine Alternative, wenn sie sich anbietet? Befindet sich hinter „Tor A“ die aktuelle SteuererklĂ€rung, die womöglich sowieso nur zum Schluss kommt, am Ende etwas ans Finanzamt ĂŒberweisen zu mĂŒssen. Und „Tor B“ bietet RasenmĂ€hen oder das Sortieren der BĂŒchersammlung, fĂ€llt die Entscheidung leicht (es sei denn, man ist Steuerberater, aber selbst in diesem Fall könnte „Tor B“ die erste Wahl sein.

Doch jede FĂŒhrungskraft wird das kennen: Je lĂ€nger die Aufschieberitis dauert, desto ernster sind die Folgen. Wenn Deadlines nicht eingehalten werden, betrifft das oft nicht nur die FĂŒhrungskraft, sondern ganze Abteilungen oder womöglich sogar das komplette Unternehmen.

Zusammenfassung: Kaum jemand ist vor Aufschieberitis gefeit. Daher sollte sich jeder ĂŒberlegen, wie er am besten damit umgeht.

Aufschieberitis und die Angst vor Entscheidungen

Wir werden im zweiten Teil dieses Artikels auf die GrĂŒnde fĂŒr Aufschieberitis eingehen, und selbstverstĂ€ndlich bieten wir auch LösungsansĂ€tze an. Hier soll aber schon einmal ein Grund fĂŒr Aufschieberitis skizziert werden: die Angst vor Entscheidungen.

Auf den ersten Blick scheinen „Angst“ und „FĂŒhrungskraft“ nicht zusammen zu passen. Immerhin sind FĂŒhrungskrĂ€fte doch Macher, die jeden Tag unzĂ€hlige Entscheidungen treffen mĂŒssen und wollen. Doch leider ist das ein verklĂ€rtes Bild, das oft eben nicht zutrifft. Die GrĂŒnde fĂŒr „Entscheidungs-Aufschieberitis“ können folgende sein:

  • Angst vor Fehlern: FĂŒhrungskrĂ€fte entscheiden sich immer wieder dafĂŒr, eine Entscheidung nicht zu treffen. Weil sie Angst davor haben, einen Fehler zu machen, wird aufgeschoben, bis es zu spĂ€t ist.
  • „Analysieren, bis der Arzt kommt“: Oft entwickeln FĂŒhrungskrĂ€fte „Paralysis through Analysis“, sie durchdenken also jede Entscheidung so lange, bis der Zeitpunkt der Umsetzung verpasst wurde.
  • Angst vor Unbeliebtheit: Gerade bei sogenannten unpopulĂ€ren Entscheidungen scheuen FĂŒhrungskrĂ€fte vor dem Umsetzen zurĂŒck. Sie möchten

Wie Sie diese Form der Aufschieberitis beheben können, erfahren Sie in meinem Artikel » „FĂŒhrungskompetenz Entscheiden“.

Zusammenfassung: Angst vor Entscheidungen ist ein hĂ€ufiger Grund bei FĂŒhrungskrĂ€ften, um in Aufschieberitis zu verfallen

Erledigen Sie immer alles sofort?

Bitte schieben Sie die Antwort auf diese Frage nicht auf (kleiner Scherz 😉). Können Sie ehrlich sagen, dass Sie von Aufschieberitis nicht betroffen sind? Dann kommentieren Sie gern hier oder schicken Sie mir eine Mail. Ich interessiere mich sehr fĂŒr Ihre Strategien.

Wer sich jetzt aber wiedererkennt, ist ebenfalls herzlich willkommen, seine Erlebnisse mit der Aufschieberitis zu schildern.

Im nÀchsten Teil des Artikels beschÀftigen wir uns dann ganz konkret mit LösungsansÀtzen.

Sie wollen nicht mehr warten, weil Ihre Aufschieberitis kein Verschieben mehr duldet?

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