Führungskräfte und Mitarbeiter motivieren eine Gratwanderung Was haben Führungskräfte, wenn die Mitarbeiter des Teams unmotiviert sind? Genau genommen: nichts, mindestens aber fast nichts. Die Arbeitsleistung steigt mit der Leistungsbereitschaft, und die ist ohne entsprechende Motivation kaum erzwingbar. Oder eben doch erzwingbar. Doch ist das der richtige Weg?

Bei Licht betrachtet lässt sich Mitarbeitermotivation durch drei Wege erzielen:

 

  • Die Mitarbeiter werden im wahrsten Sinne des Wortes angetrieben.
  • Die Mitarbeiter werden gelockt mit finanziellen oder anderen Mitteln.
  • Die Mitarbeiter erfahren Wertschätzung und Anerkennung.

Gehen wir auf diese drei Methoden ein wenig ein.

 

Schaffe, schaffe, Mitarbeiter!

Wer schon einmal versucht hat, an einem sonntäglichen Ausflug in einem Esel-Park einen störrischen Vierbeiner anzutreiben, der weiß, dass dies ein quälendes Unterfangen ist. Damit soll allerdings keineswegs angedeutet werden, dass die Mitarbeiter von Führungskräften grundsätzlich mit widerspenstigen Eseln gleichgesetzt werden könnten.

Vielmehr geht es um den Druck, der notwendig ist, um als ständiger Antreiber zu agieren. Der entsteht nämlich auf beiden Seiten des „Schreibtisches“. Wenn Mitarbeiter immer wieder den Druck spüren, motivierter zu sein, wird in aller Regel das genaue Gegenteil erreicht. Sicher kennen Sie das bekannte Beispiel, in dem Sie dazu aufgefordert werden, nun einmal nicht an den Eiffelturm zu denken. Das Gehirn schafft es einfach nicht, dieses „nicht“ gedanklich umzusetzen.

Und so tut es eben das, wozu es da ist: es denkt an den Eiffelturm. Bei der Motivation von Mitarbeitern folgt dieser Ansatz einem ähnlichen Dilemma. Mitarbeiter, denen ständig „befohlen“ wird, ein Größtmaß an Motivation zu zeigen, werden eben diese Schritt für Schritt ablegen. Der Wunsch nach Motivation wird also zum Auslöser für Demotivation.

Methode 1 ist also abgelehnt.

Motivation durch Druck erzeugen zu wollen, ist in etwa so sinnvoll wie die Aufforderung an das Gegenüber, jetzt mal ganz spontan zu sein. Es funktioniert nicht, ist ein Paradoxon.

 

Führungskraft: „Arbeite brav, dann gibt‘s was Schönes!“

Führungskräfte mit Motivation über nur Belohnungsaussicht funktioniert nichtMotivation kommt von innen. Und im Inneren der meisten Mitarbeiter schlummern zahlreiche Wünsche. Sei es der Urlaub, ein Auto, schicke Klamotten oder die Finanzierung des Hobbies. Was liegt da näher, als die Mitarbeiter mit Geld und anderen tollen Sachen zu belohnen, wenn sie sich motiviert zeigen? Auf den ersten Blick im Grunde nichts. Doch die Sache hat leider einen Haken.

Studien haben nämlich gezeigt, dass die „Möhre vor der Nase“ kurzfristig eine gewisse Wirkung erzielen mag. Doch ebenso schnell ebbt diese auch wieder ab, eine dauerhafte Motivation wird also nicht erreicht. Und wenn wir ehrlich sind, ist diese Methode auch pädagogisch und psychologisch nicht gerade ein Zeichen für eine feinfühlige oder empathische Herangehensweise.

Methode 2 taugt also auch nicht viel.

Das Prinzip der Belohnung funktioniert oft kurzfristig, doch auf mittlere oder gar längere Sicht scheitert sie in aller Regel.

 

Führungskräfte, die Mitarbeiter motivieren: Geht das überhaupt?

Es wird jetzt etwas theoretisch, aber da müssen Sie kurz durch, und es dauert auch gar nicht lang. Wissenschaftlich betrachtet ist es nicht möglich, Mitarbeiter zu motivieren. Oder bestenfalls oberflächlich bzw. durch äußere Einflüsse. Allein die Tatsache, dass jemand seinen Lebensunterhalt verdienen muss, ist zwar eine Motivation, einem Job nachzugehen. Doch die kommt von äußeren Einflüssen.

Die Führungskraft hat hier ihre Finger nicht im Spiel, denn der vermeintlich motivierte oder eben unmotivierte Mitarbeiter würde diesen Job auch ohne seine Führungskraft machen. Weil er eben das Geld braucht.

Dennoch können Führungskräfte zur Motivation ihrer Mitarbeiter beitragen. Allerdings nur, wenn sie es schaffen, die innere Motivation anzusprechen. Und hier kommt die Psychologie ins Spiel, denn gute Führungskräfte tun gut daran, ihre Teams genau zu betrachten (nicht zu verwechseln mit: beobachten, das ist eine andere Baustelle).

Es ergeben sich immer wieder Möglichkeiten, die innere Motivation von Mitarbeitern zu erkennen. An diesem Punkt kann Beachtliches geleistet werden. Die Motivation kommt in solchen Momenten aus dem Mitarbeiter selbst, und die Führungskraft, die es geschickt anstellt, lässt den Blick auf die Motivation frei und fördert diese so, dass sie sich weiterentwickeln kann.

Motivation von außen ist nur sehr eingeschränkt möglich. Wenn Führungskräfte es aber schaffen, die inneren Beweggründe von Mitarbeitern zu erfassen, können sie eine Menge erreichen.

 

Schaffen Anerkennung und Wertschätzung Motivation?

Führungskräfte motivieren mit Anerkennung und WertschätzungUm es kurz zu machen: ja! Unbedingt! Auf jeden Fall! Anerkennung der eigenen Arbeit und die Wertschätzung dessen, was man leistet, führen zu positiven Gefühlen und können daher die Motivation insgesamt steigern. Doch zu einfach sollten es sich Führungskräfte auch wieder nicht machen.

Denn die Anerkennung, die Wertschätzung, beides muss ehrlich gemeint sein. Gespielte Anerkennung spüren die meisten Mitarbeiter und fühlen sich schnell ausgenutzt oder nicht ernstgenommen.

Dann allerdings funktioniert es gut, und außerdem, ohne dass die Führungskraft sich selbst ständig verbiegen muss, was ja auch anstrengend ist. Befragungen haben gezeigt, dass Lob und Anerkennung durch Führungskräfte für viele Mitarbeiter wichtiger ist als die positive Rückmeldung der Partnerin bzw. des Partners (über die Qualität der diesbezüglichen Partnerschaften wollen wir hier mal besser kein Urteil fällen).

Und es ist ja auch klar: Von der Reinigungsfee bis zum Manager des Global Players ist allen gemein, dass sie gemocht werden möchten, sich Anerkennung wünschen und aufmunternde Worte eine regelrecht beflügelnde Wirkung haben.

Wenn die Anerkennung und die Wertschätzung authentisch sind, bewirken sie viel Positives.

 

Die motivierende Führungskraft – was sie ausmacht

Dass Führungspositionen eine gewisse menschliche und professionelle Reife erfordern, sei der Vollständigkeit halber eingangs erwähnt. Das sind die Basics, könnte man sagen. Wie aber muss sich die Führungskraft verhalten, um die (innere) Motivation bei seinem Team zu steigern? Es gibt ein paar Tipps, die umzusetzen gute Signale setzen:

  • Um Rat bitten: Wir leben im Zeitalter von „Fachidioten“. Und das ist gar nicht abwertend gemeint. Wenn Sie einen Spezialisten im Team haben, der auf seinem Gebiet besonders fähig ist, fragen Sie ihn um Rat, wenn es um ein spezielles Problem geht. Aber bloß nicht vergessen: Ihre Frage muss ehrlich gemeint sein, sonst beleidigen Sie Ihr Gegenüber. Im besten Fall aber wird er an Ihrer Frage wachsen.
  • Seien sie dankbar: Die „gute Seele“ gibt es wohl in jedem Unternehmen. Diese Teammitglieder helfen meist aus Überzeugung, es ist ihnen einfach ein Bedürfnis. Zeigen Sie regelmäßig Dankbarkeit für solche Gesten. Denn aus der guten Seele kann auch schnell eine gebrochene werden, wenn der Mitarbeiter das Gefühl hat, dass seine Hilfsbereitschaft nicht gesehen und schon gar nicht anerkannt wird.
  • Lassen Sie Fehler zu: Nur wenige Faktoren wirken sich so negativ auf die Motivation aus wie die Unmöglichkeit, Fehler zuzulassen. Das ist ein grundsätzliches Problem und durchaus schwierig innerhalb unserer Kultur. Fehler bedeuten Missstände, Mängel, Makel, sie müssen vermieden werden, so der oft noch immer weit verbreitete Tenor.
    Doch das Gegenteil ist der Fall! Wer einen Fehler macht und die volle Breitseite an Druck bekommt, wird sich künftig zwar zurückhalten. Aber eben auch nichts Besonderes mehr leisten können bzw. wollen. Und bei der Motivation geht es nun einmal ums Wollen.
  • Spaß, Spaß, Spaß: Das Leben mag kein Ponyhof sein, der Job ist es ebenso wenig. Aber Sie können die Motivation deutlich steigern, wenn Sie für ein angenehmes Klima sorgten, Humor und Witz zulassen und sich selbst mit einer gewissen Portion Selbstironie begegnen. Das heißt nicht, dass der Job, die Aufgaben nicht mehr ernstgenommen werden, sondern lediglich, dass auch (und gerade) Herausforderungen mit ein wenig guter Laune einfacher werden.

Die hier wenigen aufgezählten Tipps sind letztlich nichts anderes als gelebte Anerkennung und aufrichtige Wertschätzung.

 

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?

Schaffen Sie es, ihre Mitarbeiter „bei Laune“ zu halten? Oder haben Sie ein Team, das sich gegenseitig aufbaut und motiviert, sodass Sie gar nicht so viel unternehmen müssen? Und was machen Sie, wenn Sie den Eindruck haben, an einigen Stellen oder sogar breitflächig lässt die Motivation nach?

Motivation wird letztlich immer dann zum Problem, wenn sie abnimmt. Mich interessiert, wie Sie mit derlei Herausforderungen umgehen. Kommentieren Sie doch gerne. Oder rufen oder schreiben Sie mich an, ich bin neugierig auf Ihre Erfahrungen.

 

 

 

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