Als Führungskraft müssen Sie Nein sagen können

Nein! Doch! Oh! Führungskräfte, die nicht „Nein“ sagen können

Aktualisiert: 07. Sep 2022

In jedem Unternehmen gibt es diese gute Seele. Sie ist immer hilfsbereit, hat stets ein offenes Ohr, und wenn man mit einer Bitte an sie herantritt, kann man sicher sein, dass es eine positive Antwort gibt. Dabei ist Nein sagen eine wichtige Eigenschaft, und für Führungskräfte wird es übel enden, wenn sie zu allem Ja sagen.

Haben wir es also mit einem grundsätzlichen Problem zu tun?

Mitarbeiter und Führungskräfte in derselben Klemme 

Ein Liedermacher hat einmal folgende Zeilen geschrieben:
„Einen braucht der Mensch zum Treten
einen hat er immer der ihn tritt …“ 
 
Nicht nur Führungskräfte tun sich schwer mit Nein sagenDa ist etwas dran. Im Führungsalltag geht es nicht ums Treten, sollte es zumindest nicht. Doch jede Führungskraft hat jemanden, dem gegenüber sie Rechenschaft ablegen muss. Das reicht bis zum Konzernchef, der wiederum dem Aufsichtsrat Erklärungen schuldig ist. Das Problem des Nein-Sagens zieht sich also durch sämtliche Ebenen des beruflichen Alltags. 
 
Und so ist auch die Motivation, lieber Ja als Nein zu sagen, eigentlich immer dem gleichen Konstrukt geschuldet. Wer Nein sagt, befürchtet oft, durch seine Absage mit Nachteilen rechnen zu müssen. Sei es der Urlaubsantrag des Mitarbeiters, die Fortbildung des Managers oder die Einschulung des Nachwuchses – Nein zu sagen, könnte womöglich all die schönen Pläne zunichtemachen, wenn man es einmal zu oft sagt. 
 
Ein anderer Grund, sich auf diese oder jene Bitte einzulassen, scheint deutlich profaner, wirkt aber ebenfalls äußerst effektiv. Es ist die Furcht vor Ablehnung. Diese Sorge wird oft schon in der Kindheit aufgebaut, wenn das Kind den Eltern gefallen will und fürchtet, nicht mehr liebgehabt zu werden, wenn es sich den elterlichen Wünschen widersetzt. 
 
Und dann gibt es da ja noch das Problem der Schmeichelei. Wer fühlt sich denn nicht wohl, wenn jemand an ihn herantritt und säuselt: „Ich könnte es ja selber machen, aber du bist einfach besser auf diesem Gebiet. Wenn du das übernimmst, weiß ich, dass es auch wirklich gut wird.“? Schmeicheleien können aber fatale Folgen haben, denn sie werden immer wieder manipulativ eingesetzt. Übrig bleibt sozusagen „ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können.“

Nein zu sagen, ist auf allen beruflichen Ebenen schwierig, und nicht selten wird das bereits in der Kindheit angelegt. 

Das gesellschaftlich geächtete Nein sagen

Sie müssen Nein sagen können, sonst verlieren Sie AutoritätSpätestens seit dem Ausbruch der Corona-Krise hat das Wort Solidarität eine wachsende Bedeutung erlangt. Und zwar mit Fug und Recht! Es ist ein Gebot der heutigen Zeit, aufeinander aufzupassen, Rücksicht zu nehmen und das Denken und Fühlen nicht nur um sich selbst kreisen zu lassen. 
 
Doch die Forderung nach Solidarität hat auch ihre Schattenseiten, wenn sie missbräuchlich verwendet wird. Leider hat sich eine Art inflationäre Behandlung von Solidarität aber in der Gesellschaft breit gemacht. Und damit sind wir wieder beim Nein-Sagen. 
 
Wenn die Verweigerung eines Wunsches genutzt wird, um moralischen Druck zu erzeugen und die Unterstellung in den Raum zu stellen, dieses Nein sei unsolidarisch, dann wird die eigentliche Bedeutung des Wortes mit Füßen getreten. Solidarität geht vom Menschen aus, sie entsteht freiwillig und legt sich sanft über den, der sie erfährt. 
 
Wenn Sie als Führungskraft oder Mitarbeiter oder Konzernchef also aus guten Gründen Nein sagen, ist der Vorwurf fehlender Solidarität nicht nur unangemessen, sondern selbst in höchstem Maße unsolidarisch. 

Nein zu sagen, ist nicht unsolidarisch, sondern das gute Recht jedes Menschen.

Das Ja als Persönlichkeits-Killer 

Doch es geht um mehr. Wenn Sie als Chef immer wieder Ja sagen – auch, wenn Sie wissen, dass es sachlich oder emotional die für Sie nicht richtige Entscheidung ist – gehen damit unangenehme Folgen einher: 
 
  • Sie setzen ständig auf den Kompromiss und verlieren so die Fähigkeit, sich durchzusetzen und zuweilen auch unpopuläre (aber richtige!) Entscheidungen zu treffen.
  • Ihr Selbstbewusstsein bröckelt mehr und mehr. Sie machen sich abhängig von den Meinungen anderer und merken dabei selbst nicht unbedingt, wie sich Ihr Selbstvertrauen allmählich verabschiedet. Für Ihre Karriere ist das fatal. 
  • Da Sie es allen recht machen wollen, nehmen Sie mehr Aufgaben an, als gut wäre (Auf Wiedersehen, du nützliches Delegieren!). Das führt zu Fehlern, die ihrerseits zu noch mehr Arbeit führen. 
  • Sie verlieren als Führungskraft an Autorität, lassen sich ausnutzen und werden von Ihren Teams immer weniger akzeptiert. 
  • Sie überfordern sich selbst und gefährden neben Ihrer Karriere gleich noch Ihre Gesundheit. 

Immer Ja zu sagen, führt Sie in unterschiedliche Sackgassen, die Ihre Gesundheit und Ihre Karriere gefährden.

Nein zu sagen, ist nicht egoistisch und falsch, sondern vernünftig 

Nein sagen ist lernbarOben haben wir bereits angedeutet, dass die fehlende Fähigkeit, Nein zu sagen, zum Teil schon in der Kindheit begründet ist. Nun ist das nicht immer so, aber es macht die Komplexität des Problems deutlich. Weit verbreitet ist die Behauptung, es sei egoistisch, Nein zu sagen, man sei nur auf sich selbst fokussiert und vernachlässige andere Menschen. Dieser Vorwurf ist gegenüber einem Vorgesetzten natürlich besonders erdrückend. 
 
Wir tun jetzt daher Folgendes: Wir schauen uns diesen negativ besetzten Begriff des Egoismus einmal an. Und wir können festhalten, dass Nein zu sagen, in der Tat ein egoistisches Verhalten ist. Wenn Sie einer Bitte nicht nachkommen, dann tun Sie das aufgrund einer egoistischen Verhaltensweise. 
 
Doch wer sagt, dass das schlecht sein muss? Wem nützt es denn, wenn Sie immer Ja sagen, aber Ihre Arbeit darunter leidet, Ihre Ergebnisse schlechter werden und Ihre Gesamtverfassung auf einem absteigenden Ast ist? Niemandem! 
 
Um konstruktiv mit der Frage umzugehen, ob ein Nein sinnvoll ist oder nicht, stellen Sie sich folgende Fragen: 
  • Was könnte der Grund dafür sein, dass mich diese Person um einen Gefallen bittet?
  • Bringt mich ein Ja oder ein Nein weiter?
  • Was genau muss ich mit einem Ja tun und liegt das überhaupt in dem Bereich, den ich leisten kann?
  • Kollidiert die Erfüllung des Gefallens mit meinen Werten und Zielen?
  • Stehen mir die zeitlichen Kapazitäten zur Verfügung?
  • Dient die Erfüllung des Gefallens dem Unternehmen oder wirkt sie sich eher negativ aus?

Denken Sie darüber nach, was ein Ja oder ein Nein für Folgen hat und treffen Sie Entscheidungen ruhig auf der Grundlage von vernünftigem Egoismus.

Prüfe ob ein Ja nicht Nein zu dir selbst ist

Nein heißt nein! Oder etwa doch nicht?

Wie gehen Sie damit um, wenn Ihr Vorgesetzter mit einem Gefallen auf Sie zukommt, der Ihnen nicht behagt oder von dem Sie glauben, dass ein Ja in diesem Fall kontraproduktiv wäre? Sind Sie in der Lage, ein klares Nein zu formulieren, wenn ein Ja Ihren Überzeugungen widerspricht?
 
Und wie verhalten Sie sich, wenn ein Mitarbeiter zum xten mal mit einer Frage zu einer an ihn delegierten Aufgabe zu Ihnen kommt? Rutscht Ihnen dann schnell raus: „Ach gib her, ich mach das schnell“?
 
Ein geschicktes Nein an der richtigen Stelle erhöht eindeutig Ihr Führungsauftreten! Sie werden mehr respektiert. Falls Sie hier noch nicht sicher sind oder sich sogar unwohl fühlen, lassen Sie uns das gemeinsam trainieren. Ich zeige Ihnen Ihre passende Strategie, wie auch Sie Nein ganz souverän und leicht vertreten. Versprochen!
 
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