Zielorientierung ist Grundeinstellung in der FührungDas Jahr 2016 neigt sich dem Ende. Sie kennen das: man überlegt zurück, blickt schon mal voraus – mittendrin das Jetzt. Jetzt ist für mich der Zeitpunkt gekommen, um mit Ihnen über Ziele zu sprechen. Über Zielorientierung, über das Arbeiten mit Zielen in der Führung und das Motivieren mit Zielen als Führungskraft . Kommen Sie mit auf eine kleine Reise – in Ihre persönliche Zielwelt.

 

Nur durch Ziele landen Sie Treffer

Ein Spruch besagt: „Ein Ziel ist ein Wunsch mit Datum“. Das fasst Ziele mit herrlich wenigen Worten gut zusammen. Ich denke aber, das wirkliche Leben von Zielorientierung braucht noch weit mehr als ein Datum für Wünsche. Denn jedes Leben, jeder Mensch benötigt Ziele. Fehlen Ziele, kann der Alltag sehr schwierig werden: die Wahl einzelner Aktivitäten wäre sowohl in der Arbeit als auch in der Freizeit reiner Zufall.

Ich denke, Ziele lassen sich als gedanklich vorstellbarer zukünftiger Zustand beschreiben, den Sie sich bewusst auswählen und den Sie durch aktives Handeln erreichen möchten. Ein Ziel ist also der Maßstab all Ihrer Aktivitäten. Ziele brauchen wir, um …

  • … dem (Führungs-)Alltag eine konkrete Richtung zu geben,
  • … auf konkrete Resultate hinarbeiten zu können,
    … Pläne zur Zielerreichung zu erarbeiten und im Rahmen dessen Prioritäten zu setzen,
  • … uns organisieren und unsere Ressourcen (finanzieller oder menschlicher Natur, zum Beispiel) entsprechend einzusetzen,
  • … das beteiligte Team zu motivieren,
  • … über Sinn und Zweck eines bestimmten Vorhabens mit anderen Teilnehmern kommunizieren zu können und
  • … Erfolge bei Zielerreichung dokumentieren und natürlich auch feiern zu können.

 

Von der Problem- zur Zielorientierung

Meine eigenen Erfahrungen als Führungskraft und die Erfahrungen als Führungskräfte-Coach haben mir eines sehr deutlich gezeigt: leider ist die Problemorientierung fester Bestandteil vieler Abteilungen, während die Zielorientierung auf der Strecke bleibt. Dabei ist es nur ein kleiner Schritt von der Problem- zur Zielorientierung.

Mit problemorientierten Denken jedoch verbauen Sie sich zuweilen Lösungswege. Sie und Ihre Mitarbeiter kauen auf einem Problem herum und die Lösung rückt in immer weitere Ferne. Zielorientierung hingegen setzt immer auf die Zukunft. Aus dieser Zukunft heraus lassen sich Lösungen ableiten, wie diese Zukunft erreicht werden kann.

Das kleine Wörtchen „stattdessen“ ist sehr hilfreich, wenn Sie sich vom Problem hin zum Ziel arbeiten möchten. Denken Sie an Ihre Mitarbeiter: die wissen für gewöhnlich sehr genau, was nicht geht. Was sie jedoch „stattdessen“ tun können, ist vielfach unklar. Als Führungskraft können Sie Fragen stellen wie: „Was könnten Sie stattdessen tun?“ oder auch: „Ihr Ziel steht ja fest, wie können Sie es stattdessen erreichen?“. Fokussieren Sie sich vom „Warum klappt das jetzt nicht?“ hin zum „Wie könnte es denn klappen?“ und Ihr Denken wird zielorientierter.

 

Ständiges Bewusstsein ist Zielorientierung

Schon jetzt dürften Sie eines erkannt haben: wenn Sie Zielorientierung als Grundhaltung annehmen, werden Sie deutlich bewusster. Denn Ihr Denken ist dann geprägt von der einzig relevanten Frage: „Ist das, was ich gerade mache, wirklich wichtig?“

Mir gefällt die Unterscheidung von „wichtig“ und „dringend“ in diesem Zusammenhang sehr. „Wichtig“ ist letztlich alles, was Sie Ihrem Ziel näherbringt. „Dringend“ ist hingegen alles, was dennoch erledigt werden möchte. So kann beispielsweise das Gewinnen von Kunde XY als „wichtig“ eingestuft werden. Das Mitarbeitergespräch hingegen ist eine dringende Angelegenheit.

Zielorientiertes Handeln erfordert, das Wichtige vor dem Dringenden zu erledigen – wenn es denn möglich ist. Nicht selten ist eine Abgrenzung auch schwer möglich: das Feedbackgespräch mit Ihrem Mitarbeiter kann Feedback zu Ihrem Ziel enthalten. Dann wird aus der dringenden Sache eine Wichtigkeit.

 

Zielorientierung schafft solides Führen

Wenn Sie als Führungskraft Ihren Mitarbeitern Ihr Ziel vorgestellt haben, wird sich das auf die gesamte Führung positiv auswirken. Denn Ihre Mitarbeiter wissen dann, worauf Sie hinarbeiten. Ob es sich um Sach-, Kosten- oder Terminziele handelt, ob es um sogenannte Ergebnis- oder Handlungsziele geht, ist erst mal irrelevant: Sie und Ihre Mitarbeiter ziehen am selben Strang, das schafft Verbundenheit. Das wiederum motiviert ungemein, das Ziel zu erreichen.

 

Um Ihr Ziel zu formulieren, hilft es, die richtigen Fragen zu stellen:

  • Wohin möchten Sie?
  • Was möchten Sie erreichen, was vermeiden?
  • Welchen Zustand/ welches Ziel streben Sie konkret an?
  • Wann möchten Sie es erreicht haben?
  • Welche Rahmenbedingungen müssen Sie dabei akzeptieren?

Haben Sie Ihr Ziel richtig formuliert, erkennen Sie dies daran, dass Sie wissen, was, aber nicht wie es erreicht werden soll. Eben dieses Erreichen muss irgendwie kontrollier- oder messbar sein. Auch benötigen Sie einen Termin zur Zielerreichung: Bis zum XY ist YZ erreicht. Neben den Rahmenbedingungen ist auch ein Verantwortlicher genannt; für gewöhnlich sind Sie das als Führungskraft.

 

Win-Win-Ziele: wenn Sie gewinnen, gewinnen auch Ihre Mitarbeiter

Solides Führung durch Zielle für alle ein GewinnWie Sie als Führungskraft, so haben auch Ihre Mitarbeiter sowohl persönliche als auch berufliche Ziele. Mit den Führungskompetenzen sind Sie vertraut, sodass Sie wissen, dass Ihre Mitarbeiter Ihre wichtigste Ressource sind. In Ihrer wertschätzenden Art haben Sie hoffentlich längst schon die persönlichen und beruflichen Ziele Ihrer Mitarbeiter kennengelernt.

Wenn Sie diese mit Ihren eigenen beruflichen und privaten Zielen „harmonisieren“, beflügeln Sie Ihre Mitarbeiter geradezu! Natürlich gehört es auch dazu, die Unternehmensziele zu kennen und diese ebenfalls miteinzubeziehen. Kein leichtes Unterfangen, in der Tat, aber das Priorisieren ist eben auch ein wesentlicher Bestandteil Ihrer Aufgaben als Führungskraft.

Überlegen Sie, wie Sie die Unternehmensziele, die Ihrer Mitarbeiter und Ihre eigenen unter einen Hut bekommen. Vielfach werden Sie hier auf längerfrsitige Ziele stoßen. Aus diesen längerfristigen Zielen können Sie schneller erreichbare Teilziele ableiten. Jedes Erreichen eines Teilziels darf als Meilenstein auf dem Weg zum eigentlichen Ziel gefeiert werden.

 

Zielorientierung ist mehr als Technik

Zielorientiertes Führen fragt ständig „Wie“: „Wie“ kommen wir gemeinsam ans Ziel? „Wie“ können wir persönliche und Unternehmensziele vereinbaren? „Wie“ kann ich mein Team so motivieren, dass es ebenfalls das Ziel vor Augen hat? – Zielorientiertes Denken kaut nicht auf Problemen herum, sondern bemüht sich intensiv, auf Ziele hinzuarbeiten. Ja, ich bin überzeugt, dass zielorientiertes Denken wirklich eine mit Zielen ist. Und damit weit mehr als bloß eine Technik.

Wie ist das bei Ihnen: Haben Sie sich schon jetzt Ziele fürs kommende Jahr gesteckt? Oder arbeiten Sie bereits in mehreren Teilzielen an einem großen Ziel? Darf ich nach einem Ihrer Ziele fragen? Wie möchten Sie dies erreichen? – Ich freue mich sehr auf den zielorientierten Dialog mit Ihnen! Nutzen Sie die Kommentarfunktion oder nehmen Sie Kontakt mit mir auf!

 

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