Fuehrungskraefte brauchen richtiges MindsetMit dem richtigen Mindset lässt sich Führung leichter und besser umsetzen. Einerseits. Andererseits bedeutet „Mind“ im weitesten Sinne „Geist“ oder auch „Verstand“. Und der Geist, der Verstand, muss nicht immer in eine positive Richtung zeigen, wenn wir uns von falschen Gedanken oder Gefühlen leiten lassen.

Daher soll es in diesem Artikel darum gehen, wie wir unser Mindset perfekt organisieren und uns so aufstellen, dass das positive Herangehen im Vordergrund steht.

 

Mindset bei Führungskräften: Geister, die in der Flasche bleiben sollten

Wenn wir von einem Geist sprechen, der besser in der Flasche bleiben sollte, dann impliziert das bei dieser bildhaften Betrachtung, dass dieser Geist in jedem Fall schon da ist, dass er also ein Teil von uns ist. Man könnte diesen Geist auch schlicht als Charakterzug oder Folge unserer Erfahrungen bezeichnen. So gesehen ist er nicht automatisch etwas, das unerwünscht ist und möglichst von uns fernbleiben sollte. Vielmehr geht es darum, gewissermaßen in uns hineinzublicken und zu prüfen, was uns als Führungspersönlichkeit ausmacht.

 

Stellen wir uns einmal zwei „Geister“ vor:

Führungskraft hat zwei geister in sich1. Der zögerliche und ängstliche Geist: Dieses Mindset ist geprägt von einer gewissen Unsicherheit, von Ängstlichkeit und einer zögernden Grundhaltung. Im Vordergrund stehen Gefühle wie die Sorge darum, dass beispielsweise das aktuelle Projekt, an dem gerade gearbeitet wird, zu groß ist, um es erfolgreich zum Ende zu bringen.

Man kann dabei an das gute alte Glas denken, von dem die einen sagen, es sei halb voll, während andere beteuern, es sei halb leer. Hinzu kommt bei diesem Mindset das Gefühl, dass andere irgendwie alles besser und schneller hinkriegen als man selbst.

2. Der aggressive und enttäuschte Geist: Bei diesem Mindset kommt ein großes Maß an Ungeduld hinzu. Was auch immer neu angefangen wird, es dauert immer zu lange, bis der Erfolg sich endlich einstellt. Der enttäuschte und aggressive Geist denkt immerzu, dass es möglich sein müsste, Projekte oder andere Vorhaben in viel kürzerer Zeit fertigzustellen.

Erschwerend hinzu kommt die Annahme, dass die Führungskraft meint, alleine dazustehen. Kollegen und Mitarbeiter laden – so sein Gefühl – alles bei und auf ihm ab, außerdem erweisen sie sich als unzuverlässig und inkompetent.

Beide Geister stecken in der Flasche, also in uns. Es wäre daher nicht ratsam, sie komplett loswerden zu wollen oder sich einzureden, man selbst habe damit überhaupt kein Problem. Denn wir sind nun einmal die Summe unserer Erfahrungen, und das bedeutet, dass uns Fehlschläge oder Irrtümer der Vergangenheit auch heute noch prägen.

Wer einmal ein Projekt gegen die Wand gefahren hat oder als Führungspersönlichkeit an bestimmten Herausforderungen gescheitert ist, kann diese Erfahrung nicht einfach wie einen Mantel ablegen.

Anders herum wird ein Schuh draus. Was auch immer uns in der Vergangenheit geschwächt hat oder misslungen ist, verwenden wir im besten Fall darauf, die Zukunft anders zu gestalten. Das geht allerdings nicht, wenn wir Geist A oder B unbehandelt lassen.

Die Frage, ob ein Glas halb voll oder halb leer ist, ist eben eine der inneren Grundhaltung, und die lässt sich mit der richtigen Methode durchaus beeinflussen. Dazu muss man jedoch zunächst einmal sein Problem erkennen und sich fragen, woher die eigene Einstellung kommt.

Gleiches gilt für den aggressiven und enttäuschten Geist. Es mag stimmen, dass eine Führungskraft früher einmal mit unzuverlässigen Leuten gearbeitet hat, dass tatsächlich die meiste Arbeit an ihr hängenblieb und das Team nicht gerade mit Einsatz und Kreativität geglänzt hat. Daraus jedoch ein allgemein gültiges Axiom zu machen, bremst nicht nur die eigene Energie, sondern auch die Leistungsfähigkeit des aktuellen Teams.

Denn jedes Team mag zahlreiche Dinge brauchen, um kreativ, produktiv und voller Einsatzfreude zu sein. Herausragend dabei ist allerdings das Vertrauen, das die Führungskraft in seine Mitarbeiter steckt. Der enttäuschte und aggressive Geist hat mit einigem zu kämpfen, fehlendes Vertrauen steht auf der Liste dieser Dinge aber ganz oben.

 

Geister, die aus der Flasche sollten

Wenn wir uns an den beiden genannten Mindsets orientieren, liegt es nah, daraus zwei Gegenentwürfe zu kreieren:

1. Der abwägende und realistische Geist: Hier spielt die emotionale Herangehensweise eine sehr untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es um die pragmatische Sicht auf die Dinge. Steht ein Projekt im Raum, dreht sich alles um Fragen wie die nach der Realisierbarkeit und den Einsatz der Ressourcen. Statt also vor der schieren Größe eines Projekts einzuknicken und somit zu scheitern, bevor alle Versuche ausgelotet wurden, wie die Umsetzung gelingen kann, steht hier der konstruktive Gedankengang im Fokus, der lösungsorientiert ist und – da ist es wieder! – vom halb vollen Glas ausgeht.

2. Der kreative und produktive Geist: Er stellt sich ganz selbstverständlich neben den abwägenden und realistischen Geist und bezieht weitere Überlegungen mit ein, zum Beispiel das Team. Dabei kann er es sich sogar leisten, für einen Moment das halb leere Glas zu betrachten, denn er sieht darin keine Mangel, sondern eine Fragestellung, die es zu beantworten gilt. Er arbeitet konsequent an einer Lösung und macht das nicht etwa alleine, sondern nimmt alle mit, die ebenfalls am Projekt arbeiten. So entsteht ein kollektiver Prozess, der durch Kreativität, gegenseitiger Wertschöpfung und einer großen Portion Optimismus geprägt ist.

 

Hier steh‘ ich nun und kann nicht anders

Mach dir als Führungskraft dein Mindset bewusstAlles schön und gut, aber wie schafft man es, die richtigen Geister aus der Flasche zu lassen und die störenden in die Plätze zu weisen? Nun, das funktioniert nur mit der Beschäftigung mit sich selbst und der kritischen Betrachtung seiner eigenen Herangehensweise. Dazu sind zwei Schritte hilfreich:

1. Das eigene Mindset kennenlernen: Das kann gut gelingen, wenn man sich vor Augen hält, wie man auf neue Aufgabenstellungen reagiert. Bei der Betrachtung von Aufgaben aus der Vergangenheit lässt sich gut ableiten, wie man „tickt“ und welche Geister das Innenleben dominieren.

Gehe ich also ängstlich an neue Projekte heran, sehe ich eine unüberwindbare Größe, wenn ich die Aufgabe anschaue? Oder gehe ich von vornherein davon aus, dass sowieso wieder alles an mir hängenbleibt? Sprich: Empfinde ich die neue Aufgabe als positiv oder eher negativ?

2. Das eigene Mindset ausrichten: Hier wird es anspruchsvoll, denn bei der nächsten Vorstellung einer neuen Aufgabe, eines neuen Projektes, geht es nun darum, schon gleich zu Beginn die eigenen Reaktionen zu hinterfragen und gegebenenfalls zu korrigieren. Wir erinnern uns daran, dass sämtliche der hier beschriebenen Geister längst in der Flasche sind, wir können sie also nicht in Luft auflösen, sondern müssen mit ihnen umgehen.

Die Fragen hier lauten: Gehe ich innerlich schon beim ersten Gespräch an die Decke und entdecke überall Hindernisse? Oder sinkt mein Selbstvertrauen beim bloßen Aussprechen der neuen Aufgabe?

Letztlich kann man sagen, dass das richtige Mindset nicht naturgegeben ist und dass es nicht „nach und nach“ in das neue Projekt einfließt, sondern von Anfang an eine große Rolle spielt. Weil der Beginn immer auch die Einstellung beeinflusst, mit der wir einer Aufgabe begegnen.

Die selbstkritische Herangehensweise lohnt sich, denn wenn zu Beginn einer Aufgabe positive und kreative Ressourcen beim eigenen Denken erzeugt werden, fällt die Aufgabe insgesamt leichter. Daran kann selbst der zwischenzeitliche Blick auf das halb leere Glas dann auch nichts ändern.

 

Ist Ihr Geist noch in der Flasche?

Wie erleben sie das? Wie erleben Sie sich? Sind Sie in der Lage, sich dem einen oder anderen Mindset zuzuordnen? Freuen Sie sich auf neue Aufgaben und vertrauen Sie Ihrem Team? Oder sind Sie der Meinung, dass all das viel zu kurz gegriffen ist?

Dann lassen Sie es mich doch bitte wissen, ich bin neugierig und interessiere mich dafür, wie Sie die Theorie dieses Textes mit der Praxis Ihres Berufsalltags zusammenbringen können. Kommentieren Sie einfach oder lassen Sie mir Ihre Meinung gern als Mail oder im Zuge eines persönlichen Gesprächs zukommen.

Ich freue mich auf Ihre Schilderungen!

 

 

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