Interkulturelle Teams erfordern neue FührungMehrere Studien haben gezeigt, das interkulturelle Teams entweder viel bessere oder viel schlechtere Leistungen erbringen, als monokulturelle. Offenbar liegt es zu einem großen Teil an den jeweiligen Führungskräften, ob die Mitglieder dieser Teams erfolgreich zusammen arbeiten, oder nicht. Sie haben es mit Sprachproblemen zu tun, mit religiösen Ritualen, mit allgemeiner Verunsicherung und oft sogar mit Heimweh. Auf unserer, der deutschen Seite, finden Sie oftmals Ablehnung vor, Unverständnis, Arroganz und Ignoranz. Kurz, Sie stehen oft vor einer enormen Herausforderung.

Geert Hofstede, ein Experte auf dem Gebiet der interkulturellen Managementforschung, sieht eher Konflikte statt Synergien. Die kulturellen Unterschiede seien ein Ärgernis, was einige Studienergebnisse auch bestätigen. Beim direkten Vergleich konnten folgende Nachteile festgestellt werden:

  • Hohes Stressniveau
  • geringe Arbeitszufriedenheit
  • weniger Gruppenzusammenhalt
  • hohe Fluktuationsneigung
  • geringe Leistungen vor allem zu Beginn eines Projektes

Für Führungskräfte bringt das einige neue Aufgaben und Herausforderungen mit sich. Sie müssen die Synergien interkultureller Teams für den Job nutzbar machen, selbst ein Gespür für die anderen Kulturen entwickeln und damit die Unterschiede in Denk- und Handlungsweisen erkennen und auch anerkennen. Im Verlauf der Arbeit mit Ihrem Team sollten Sie in der Lage sein, auch Konflikte interkultureller Natur schlichten zu können und darüber hinaus die Zusammenarbeit zu fördern.

Angelerntes Wissen über „das Verhalten gegenüber anderen Kulturen“ genügt dabei nicht. „Nötig ist ein kultureller Relativismus, also die Einsicht, dass die eigene Kultur nicht als Maßstab gelten darf und keine Kultur als besser oder schlechter beurteilt werden darf. Führungskräfte müssen ihren Mitarbeitern gegenüber vorurteilsfrei begegnen.“ (www.business-wissen.de)

Situativ führen und zusammenarbeiten

Barbara Wietasch, eine international erfahrene Managerin, nennt in ihrem Buch „Global Management – ein Tanz mit den Eisbergen“ folgende Aspekte, die bei der Führung interkultureller Teams wichtig sind:

  • Ein Bewusstsein der eigenen kulturellen Prägung,
  • Offenheit für die andere Seite,
  • ein vorsichtiges Herantasten an die Situation und
  • ein auf die Situation abgestimmtes Vorgehen.

Ein großer Vorteil der Diversität besteht darin, dass ein interkulturelles Team oft einfacher und schneller zu Ansätzen und zu alternativen Lösungswegen kommt. Der Grund ist einfach der, dass sich die einzelnen Teammitglieder weniger von der Mehrheit in ihren eigenen Ideen oder Entscheidungen beeinflussen lassen. Der größere Wissensschatz führt häufiger zu qualitativ besseren Lösungen. So lassen sich ausländische Märkte oft leichter einschätzen.

Wenn Sie in einem bislang homogenen Team neue ausländische Mitarbeiter erwarten, so bereiten Sie Ihr Team darauf vor. Sprechen Sie über mögliche Ängste und Probleme bereits im Vorfeld. Ein guter Brauch ist es, dem neuen Teammitglied zu Beginn einen Ihrer Leute zur Seite zu stellen, der bei der Einarbeitung und der Einführung hilft.

Anfangs sind es oft Sprachproblemen, die die Zusammenarbeit schwierig machen. Versuchen Sie, wichtige Zusammenhänge zu visualisieren und sorgen Sie dafür, dass sprachliche Defizite bei dem neuen Teammitglied so schnell wie möglich durch Sprachkurse behoben werden.

In vielen Bereichen gehört Diversität bereits zur gesellschaftlichen Normalität: Schauen Sie sich eine beliebige Fußballmannschaft in der Bundesliga an. Es gibt nicht einen einzigen Proficlub, der zu 100 Prozent aus deutschen Spielern besteht, nicht einmal in der Nationalmannschaft. Auch hier muss es dem Trainer (dem Coach, Sie erinnern sich?) gelingen, aus 11 Einzelspielern eine homogene Mannschaft mit einem einzigen Ziel zu formen. Unabhängig von Nationalität und Kultur muss er versuchen, das Beste aus der Mannschaft herauszuholen, denn Vielfalt zahlt sich aus.

 

 

 

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