Inegrität ist eine unabdingbare FührungskompetenzFolgen Sie meinem Blog schon länger, wissen Sie, dass ich eine große Freundin von werteorientierter Führung bin. Zu solchen Werten gehört meinem Empfinden nach auch die Integrität einer Persönlichkeit. Gleichzeitig gehört sie, die Integrität, definitiv auch zu den notwendigen Führungskompetenzen. Mein heutiger Blogbeitrag handelt somit von persönlicher Integrität – oder von integren Persönlichkeiten.

 

„Integrität“ – reine Definitionssache?

Einmal mehr dürfen wir uns die Frage stellen: was ist die Führungskompetenz Integrität überhaupt? Wie würden Sie „Integrität“ definieren? Ich denke, dass Integrität heute ein wichtigerer Begriff ist denn je. Der Integritätsbegriff erfreut sich zwar äußerster Popularität. Allerdings sehen wir leider vielfach in Wirtschaft und Politik, dass integere Persönlichkeiten absolut selten sind.

Was zeichnet sie denn aus, so eine integre Persönlichkeit? 2007 veröffentlichten Michael E. Palanski und Francis J. Yammarino einen Artikel über Integrität und Führung. Darin nennen die Autoren drei wesentliche Attribute, die Integrität ausmachen:

Zunächst die Moralität. Eine integre Person ist keineswegs egoistisch, sondern sucht grundsätzlich nach einem gesunden Ausgleich zwischen eigenen Interessen und denen anderer. Auch die Authentizität erachten die Autoren als unabdingbar. Authentizität bzw. Glaubwürdigkeit hängen für mich persönlich sehr eng aneinander, weshalb ich Ihnen als Literatur zum Thema meine Glaubwürdigkeits-Beiträge nahelege.

Als letztes Attribut nennen die Autoren Standhaftigkeit – und zwar nicht nur in guten Zeiten, sondern vor allem bei Widerständen. Heißt: kann eine Person als integer bezeichnet werden, so steht sie zu den eigenen Worten und Werten. Selbst wenn persönliche Nachteile die Folge sind oder das Verschwinden etwaiger Vorteile, bleibt die integere Persönlichkeit standhaft.

 

Persönliche Integrität = Treue zu sich selbst

Es gehört sehr viel Mut dazu, sich selbst zu leben und eine integere Persönlichkeit zu sein. Denn persönliche Integrität bedeutet letztlich, eine Treue zu leben, die sich an die Persönlichkeit selbst richtet. All Ihr Handeln – sowohl das geschäftliche Handeln als Führungskraft als auch das Handeln im privaten Umfeld – ist bestimmt von Ihrem Wertesystem. Das Gegenteil von integer ist übrigens korrumpierbar. Hören Sie auf, Ihren Werten und Prinzipien zu folgen, etwa weil Sie sich einen persönlichen Vorteil davon versprechen, handeln Sie korrumpierbar. Lassen Sie sich von äußeren Drohungen leiten, sind Sie korrumpiert.

 

Wer bin ich und was will ich?

Führungskraft muss eigene persönlichkeit gut kennenSpätestens an dieser Stelle erkennen Sie, dass Sie sich nur dann integer verhalten können, wenn Sie sich Ihrer Identität bewusst sind. Kennen Sie Ihr persönliches Wertesystem, wissen Sie auch, nach welchen Leitlinien Sie leben. Auf diese Art und Weise kann Integrität übrigens Marken machen. Marken? – Ja, persönliche Marken. Wenn Sie das nächste Mal den Spruch „Na, Sie sind mir ja eine Marke“ hören, klopfen Sie sich ruhig mal auf die Schulter. Denn Menschen, die Ihre Markenzeichen haben, sind sich offenbar selbst treu. Wie gerade festgestellt, ist eine sich selbst treue Persönlichkeit integer.

 

Unternehmensinterne Integrität

Ihre persönliche Integrität legt sich übrigens übers ganze Unternehmen. Denn sind Sie eine integere Persönlichkeit, ist davon auszugehen, dass Sie Ihren Arbeitgeber auch über die Werte und Prinzipien ausgesucht haben. Als Führungskraft tragen Sie mit Ihren eigenen Werten zur Integrität des kompletten Unternehmens bei. Es funktioniert einfach nicht, dass Sie als Führungskraft in einem Unternehmen aktiv sind – und dann noch erfolgreich – in dem die Werte den Ihren absolut widersprechen. Weder dem Unternehmen noch Ihnen oder Ihren Mitarbeitern würde eine solche Situation nützen.

Gehen Sie konform mit den Werten des Unternehmens, in dem Sie als Führungskraft arbeiten? Dann haben Sie schon eine exzellente Voraussetzung dafür geschaffen, ein ebenso integeres Team zu führen. Denn gehen die Unternehmensspitze und Sie als Führungskraft integer voran, werden Ihre Mitarbeiter gerne folgen.

 

Integrität nicht immer möglich

Nun liest sich die Theorie so nett. Die Praxis jedoch zeigt, dass Sie auch mal gegen Ihre eigenen Prinzipien und Werte arbeiten müssen. Die Arbeitswelt ist vielschichtig und komplex. Als Führungskraft, und besonders als Mittel-Manager, leben Sie in Abhängigkeit zwischen Ihren Vorgesetzen und Ihren Mitarbeitern. Friede, Freude, Eierkuchen? Na, eben nicht immer.

Selbst die integerste Persönlichkeit kommt gelegentlich in die Verlegenheit, gegen die eigenen Werte zu handeln. Hier müssen Sie sich der Priorität Ihrer Werte bewusst sein. Können Sie diesbezüglich eine Ausnahme machen oder verraten Sie sich selbst? Ausnahmen sind möglich – ohne Ihr Gesicht vor Ihren Mitarbeitern zu verlieren.

Denn Ihre Mitarbeiter haben natürlich ein Gespür dafür, dass Sie sich – allen äußeren Zwängen zum Trotz – um Ihre Integrität bemühen. Sie stehen zu Ihren Werten und Überzeugungen, auch wenn Sie in Ausnahmefällen dagegen handeln. Vertrauen, Unterstützung und Motivation seitens Ihres Teams sind Ihnen dennoch gewiss.

 

Führungskompetenz Integrität: Ihre Erfahrungen

Integrität: das ist wohl ein Thema, über das sich vortrefflich diskutieren lässt. Wie sind Ihre Erfahrungen: halten Sie sich für eine integere Persönlichkeit? Oder behaupten andere das über Sie? Mit welcher Begründung? Hat Ihnen Ihre Integrität irgendwann einmal genützt oder geschadet? Wie wichtig empfinden Sie Integrität als Führungskompetenz? Ich bin sehr gespannt auf Ihre Meinung, die Sie gerne in den Kommentaren hinterlassen können. Möchten Sie persönlicher werden, nehmen Sie Kontakt mit mir auf und wir sprechen über Werte, Integrität und Führung.

 

 

 

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