Es gibt Begriffe, die setzen sich nicht nur im Sprachgebrauch durch, nein, sie entwickeln sich zu einer Art Narrativ, also einer Erzählung, die oft und gern wiederholt wird.

Für Führungskräfte gilt es dann, herauszufinden, ob es sich um eine „Eintagsfliege“ handelt oder um ein Prinzip, das sich durchsetzen kann.

Schon seit ein paar Jahren macht immer wieder der Ansatz nachhaltigen Führens die Runde. Doch was soll das eigentlich sein? Und wie kann eine Führungskraft einen solchen Stil etablieren?

Nachhaltige Produkte bedeuten nicht zwingend nachhaltige Führung

Nachhaltigkeit ist längst auch zu einem Markenzeichen geworden. Zahlreiche Unternehmen werben damit, nicht auf kurzfristige Produkteigenschaften zu setzen, sondern langfristig zu produzieren.

Das ist ein mehr als vernünftiger Ansatz, wenn man bedenkt, dass viele Produkte nur eine geringe Haltbarkeit haben. Und – wie der Zufall es will – kurz nach Ablauf der Garantie in die Brüche gehen.

Darüber hinaus – und hier kommt auch schon der zweite „Zufall“ – lohnt sich meist eine Reparatur nicht, mehr noch: viele Firmen bieten derlei Leistungen gar nicht erst an.

Dennoch gibt es natürlich Unternehmen, die wirklich auf Nachhaltigkeit setzen und versuchen, die Ressourcen zu schonen, indem sie langlebige Produkte herstellen. Das ist löblich und sollte Schule machen, es bedeutet aber nicht unbedingt, dass auch die Führungsetage betroffen ist.

Was also ist nachhaltiges Führen (nicht)?

Beginnen wir damit, was nachhaltiges Führen nicht bedeutet. Wenn ein Unternehmen schreibt:

„Wir streben nachhaltiges Wirtschaften an“

und hinzufügt:

„All unsere Mitarbeiter stehen für unsere internen Standards und verpflichten sich, die Umweltgesetze und -bestimmungen einzuhalten“,

so ist das doch eher schwammig formuliert. Das Streben nach Nachhaltigkeit ist vergleichbar mit dem Streben nach Glück. Jeder darf es tun, aber was genau dahintersteckt, erschließt sich dem Außenstehenden nicht.

Zudem: Sich an Umweltgesetze und -bestimmungen zu halten, sollte nicht gerade für ein herausragendes Merkmal für Qualität gehalten, sondern als selbstverständlich betrachtet werden.

Wir sehen also, dass wir mit so einem Statement nicht weiterkommen. Und Sie als Führungskraft reiben sich womöglich auch nur verwundert die Augen.

Jetzt aber wirklich: Was ist nachhaltiges Führen?

Als Führungskraft nachhaltiges Führen trainierenHalten wir fest, dass das eben zitierte (fiktive) Unternehmen sich gesetzeskonform, aber nicht nachhaltig verhält. Jetzt fehlt noch die Nachhaltigkeit und eine passende Definition dazu.

Nachhaltigkeit meint die Eigenschaft, die gegenwärtigen Bedürfnisse nicht über die zukünftigen zu stellen. Wer also heute so arbeitet, dass „morgen“ nicht mehr mindestens die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, der handelt nicht nachhaltig. Das lässt sich schon deutlich leichter auf die Aufgaben einer Führungspersönlichkeit übertragen.

Man könnte hier einmal den US-Präsidenten Donald Trump heranziehen. Der neigt ja seit seinem Amtsantritt dazu, ständig Leute zu entlassen oder zum Gehen zu bewegen. Das ist definitiv das Gegenteil von Nachhaltigkeit.

Nachhaltiges Führen bedeutet also auch, die bestehenden Teams zu „hegen und zu pflegen“, sodass sie auch in der Zukunft noch erhalten bleiben. Im besten Fall fühlen sich die Mitarbeiter so sehr wertgeschätzt, dass sie sogar gerne bleiben und ihre Kraft und Leidenschaft ins Unternehmen einbringen.

Nachhaltige Führung ist mehr als nur ein netter Slogan

Um auf die Frage in der Überschrift dieses Textes zurückzukommen: Ja, leider ist nachhaltiges Führen in vielen Bereichen wirklich nur eine Modeerscheinung. Zumindest dann, wenn es nicht mit Inhalten gefüllt wird.

Eine Führungskraft, die immer wieder gleich eines Mantras wiederholt, dass sie großen Wert auf Nachhaltigkeit legt, hat zunächst einmal nichts bewiesen. Das ist, als würde man sagen, dass man den langfristigen Unternehmenserfolg anstrebt, aber keinerlei Ideen davon hat, wie genau dieser Erfolg angestrebt und gesichert werden soll.

Nachhaltigkeit bedeutet also, konkrete Angebote zu machen, die sich langfristig auswirken. Das kann und sollte sich auf unterschiedliche Unternehmensbereiche auswirken, zum Beispiel so:

Angebote für
Geschäftsführer
und/oder
Anteilseigner

Angebote für
Führungskräfte,
Teams und einzelne
Mitarbeiter

Qualifizierungen
entsprechend der
Aufgabenstellungen in Form von Trainings, Coachings, Fort- und Weiterbildungen

Wer welche Angebote bekommt, ist natürlich individuell und nach der Aufgabenstellung gewichtet zu betrachten. Aus dieser kleinen Übersicht geht aber hervor, dass Nachhaltigkeit sämtliche Bereiche von Unternehmen betrifft.

Der Geschäftsführer mag in der allgemeinen Wahrnehmung zwar eine wichtigere Stellung haben als die Rezeptionskraft. Nachhaltigkeit betrifft aber jedes Mitglied eines Unternehmens. Denn sonst kann man bestenfalls von punktueller Nachhaltigkeit sprechen, nicht aber von einer, die alle Unternehmensbereiche betrifft.

Wie kann man nachhaltiges Führen trainieren?

Tranieren und Leben als Führungskraft mit Corporate Social ResponsibilityStellen wir uns eine Führungskraft vor, die das Angebot erhält, an einer Fortbildung für nachhaltige Führung teilzunehmen. Folgende Faktoren könnten in die Weiterbildung einfließen:

  • das Näherbringen eines CSR-Konzeptes (dazu etwas weiter unten mehr)
  • Einführung in das Ethikmanagement
  • Vermitteln von Compliance (also von betriebswirtschaftlicher und rechtswissenschaftlicher Regeltreue)

Im Zuge von solchen Fortbildungen sollte die Praxis eine wichtige Rolle spielen, also etwa Fragen wie die nach den Nachhaltigkeitspotenzialen, die sich in der Produktion, der Finanzierung, der Personalpolitik oder im Umweltmanagement ein- und ausbauen lassen.

Naturgemäß richten sich solche Angebote in Sachen Nachhaltigkeit in erster Linie an Führungskräfte oder Ausbilder, denen Werkzeuge an die Hand gegeben werden sollen, um das Unternehmen künftig stärker auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit mitgestalten zu können.

Was ist ein CSR-Konzept?

Corporate Social Responsibility als Führungswerkzeug

CSR steht für „Corporate Social Responsibility”. Damit ist die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen gemeint, die es verstehen, nachhaltig zu wirtschaften. CSR wirkt sich auf viele Bereiche aus, also zum Beispiel auf die ökologischen und ökonomischen, aber auch auf die sozialen Aspekte, die zur Nachhaltigkeit gehören.

Das klingt abstrakt, daher sei es hier ein wenig konkreter ausgedrückt:

  • Es geht um faire und transparente Geschäftspraktiken
  • Es geht um eine Personalpolitik, die mitarbeiterorientiert aufgebaut ist
  • Es geht um den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen
  • Es geht um den Schutz des Klimas und der Umwelt
  • Es geht um ein gelebtes Engagement im Unternehmen, um Zulieferern, Partnerunternehmen, Mitarbeitern und letztlich auch Kunden nachhaltiges Agieren anbieten zu können

 

Nachhaltigkeit muss vorgelebt werden

Als Führungskraft muss man nicht jeden Tag die Welt retten. Immerhin könnte man diesen Eindruck gewinnen, wenn man bedenkt, dass hier von gesellschaftlichen und umweltbedingten Aufgaben die Rede ist.

Und natürlich hat Nachhaltigkeit auch ihre Grenzen, nicht jedes Unternehmen kann aktiv zum Umweltschutz im großen Maßstab beitragen (im Kleinen ist das aber oft der Fall).

Aber eine Führungskraft, die einen Anspruch an Nachhaltigkeit hat, widmet sich im besonderen Maße ihren Teammitgliedern. Denn daran mangelt es heute oft: an der Pflege der Mitarbeiter. Wir sprachen weiter oben von Donald Trump und seiner Angewohnheit, sich von unliebsamen Leuten einfach zu trennen.

Damit steht der Mann nicht allein da, in vielen Unternehmen ist die Fluktuation unter den Angestellten erschreckend groß. Und nicht selten liegt das tatsächlich daran, dass die Wertschätzung fehlt. Entweder werden Mitarbeiter schnell „auf die Straße gesetzt“, oder sie geben entnervt auf und verlassen „den Laden“ von sich aus.

Führungskräfte müssen Nachhaltigkeit also vorleben, müssen das Team spüren lassen, dass sich nicht kurz-, sondern langfristig denken – auch und gerade in Bezug auf die Mitarbeiter.

Arbeiten Sie nachhaltig?

Haben Sie den Kopf für Nachhaltigkeit? Wird Ihnen überhaupt Spielraum gelassen, um nachhaltige Ansätze in die Tat umzusetzen? Oder reicht es Ihnen, im täglichen Arbeitsalltag alles so weit hinzubekommen, dass es läuft? Und wie sehen Ihre Vorgesetzten das?

Ich wüsste gern, wie Sie zur Nachhaltigkeit stehen. Und wie die Philosophie in Ihrem Unternehmen dazu aussieht. Schreiben Sie mir gerne einen Kommentar, schicken mir eine Mail oder rufen Sie mich an. Das Thema könnte Sie womöglich noch nachhaltig beschäftigen.

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