Individuell Mitarbeiter fuehren als FuehrungskraftJeder Mensch ist anders. Doch haben Führungskräfte die Möglichkeit, darauf auch individuell einzugehen? Oder überwiegt nicht der Druck des Alltags, der bestenfalls gewisse, aber kleine Spielräume schafft? Letztlich ist das eine Frage der Effizienz.

Ist ein Führungsstil besser, der versucht, alle Mitarbeiter einigermaßen unter einen Hut zu bringen? Oder ist das individuelle Führen am Ende doch der bessere Weg?

Schauen wir uns die Sache einmal an.

 

Mitarbeitertypen als Aufgabe der Führungskraft

Die Aufteilung von Mitarbeitern in Kategorien mag zunächst alles andere als individuell erscheinen, zudem wirkt es etwas anrüchig, Menschen in Schubladen zu stecken, wo sie dann naturgemäß nur sehr schwer wieder herauskommen. Andererseits hilft die Kategorisierung, zumindest eine ungefähre Richtung verschiedener Persönlichkeiten nachzuzeichnen.

Nun gibt es allerdings etliche Methoden und Techniken, wie man Mitarbeiter beschreiben kann. Die hier nun folgende Einordnung dient also lediglich einer groben Übersicht, sie soll aufzeigen, wie unterschiedliche Ausprägungen bei Mitarbeitern aussehen können:

1. Wenig motivierte und wenig fähige Mitarbeiter

2. Wenig motivierte, aber fähige Mitarbeiter

3. Motivierte, aber wenig fähige Mitarbeiter

4. Motivierte und fähige Mitarbeiter

Mitarbeitertypen_Verhalten_BlanchardDiese Einteilung berücksichtigt natürlich nur sehr bedingt die einzelnen Persönlichkeiten, sie gibt wenig Auskunft über die charakterlichen Züge von Mitarbeitern.

Dennoch zeigt sie ein Grundproblem auf, denn die fachlichen Fähigkeiten und die persönlichen Eigenschaften ergänzen sich nicht automatisch, sondern können im Widerspruch zueinander stehen.

Und an dieser Stelle wird es dann bereits individuell, denn für Führungskräfte kommt es darauf an, die fachliche und die psychologische Seite einzubeziehen und danach zu handeln bzw. zu führen.

Gemäß der oben genannten Einteilung ergeben sich für Führungskräfte folgende Handlungsoptionen:

1. Unterweisen (Telling): Der Mitarbeiter der Gruppe 1 braucht genaue Anweisungen und muss verhältnismäßig genau dahingehend überprüft werden, ob er seine Aufgabenstellungen fachlich und hinsichtlich der Motivation auch schafft.

2. Verkaufen (Selling): Mitarbeiter der Gruppe 2 brauchen genaue Anweisungen und ein gewisses Maß an Zuwendung. Sie hinterfragen oft (kritisch) und brauchen gute Begründungen von ihrer Führungskraft.

3. Beteiligen (Participating): Mitarbeiter der Gruppe 3 sollten möglichst an Entscheidungen beteiligt werden, da sie die Motivation mitbringen und daraus auch fachliche Vorteile ziehen können.

4. Delegieren (Delegating): Mitarbeiter der Gruppe 4 brauchen viel Eigenverantwortung und Freiraum bei ihrer Arbeit.

 

Sie sehen: Diese Empfehlungen bilden gerade einmal ein grobes Gerüst, das die Individualität von Mitarbeitern nur sehr begrenzt einbezieht. Dennoch helfen sie, zumindest eine ungefähre Vorstellung davon zu bekommen, wie einzelne Mitarbeiter „ticken“.

Doch individuelles Führen ist das noch nicht.

 

Jetzt wird es individuell!

Individuelle mitarbeiter führen als FührungskraftDas kann es natürlich nicht gewesen sein. Das eben angeführte Modell ist ein guter Einstieg, aber wenn wir über individuelle Führung sprechen, muss da noch mehr sein. Das Verhalten von Mitarbeitern hängt ja von vielen Faktoren ab.

Seine Werte, seine Grundlebenseinstellung oder das, was ihm Sinn für seine Arbeit gibt, wirken auf seine Motivation. Sein Vertrauen in sich, seine Arbeit, das Unternehmen oder in seine Vorgesetzten beeinflussen sein Verhalten ebenso, wie das Verhalten anderer Teammitglieder ihm gegenüber oder seinem Status in der Gruppe.

Die Herausforderung für Sie als Führungskraft besteht darin, sich auf die unterschiedlichen Typen und das gesamte Team einzustellen und jedem einzelnen „seine“, der Gruppe „ihre“spezielle Führung zu geben. Horst-Joachim Rahn, (Dozent für Personalwesen, Führungspsychologie, Unternehmensführung an der Fachhochschule Ludwigshafen) gibt dazu ein paar interessanten Führungstipps:

• Neulinge oder Außenseiter brauchen ein heranführendes Führungsverhalten.

Mitarbeiter, die Probleme haben, ihre Leistung zu erbringen, brauchen eine anspornende Herangehensweise mit klaren Zielvorgaben, um mögliche Leistungsreserven zu aktivieren.

„Stars“ bzw. Leistungsträger brauchen eine fördernde Führung, die zum Beispiel in der Übertragung von Verantwortung liegen kann.

Nicht weniger herausfordernd sind schüchterne Angestellte und stille Gruppen. Hier gehen Sie besser mit einem ermutigenden Führungsstil vor, der mögliche Potenziale aufzeigt und fördert, um fehlendes Selbstvertrauen und Mut zu stärken.

In manchen Situationen ist durchaus ein autoritärer Führungsstil angebracht. Nämlich dann, wenn Intriganten aktiv werden, wenn „Klassenkasper“ Dominanz ergreifen, wenn falscher Ehrgeiz oder Querulantentum überhandnehmen. Wenn die gesamte Gruppe aufmüpfig wird, gilt es rechtzeitig und deutlich  auf „die Bremse“ zu treten.

 

Individuelle Führung ist auf dem Papier ein perfekt ausgeklügeltes System, das alle Eigenschaften berücksichtigt und auf jede persönliche Eigenart eingeht. Im Alltag aber, besonders, wenn größere Teams zu führen sind, stößt jede festgelegte Verhaltens-„Vorgabe“ an ihre Grenzen.

 

Übrigens: auch Führungskräfte sind Individuen

Führungspersönlichkeit macht den ErfolgJetzt habe ich einiges darüber geschrieben, wie Mitarbeiter im besten Falle perfekt individuell geführt werden können. Aber wir dürfen dabei nicht vergessen, dass auch Sie, die Führungskraft, ein Individuum ist, das entsprechend behandelt werden muss und sich selbst entsprechend behandeln sollte.

Individuelle Führung ist immer eine Frage der Persönlichkeit der Führungskraft ist. Es gibt die eher stillen Führungskräfte, oder die aktiven. Es gibt die humorvollen und die präzisen Führungskräfte. Jede dieser Führungskräfte kann selbstverständlich individuell führen, doch die Art und Weise muss zu ihr passen. Immerhin geht es um Individualität, und zu dieser gehört auch Authentizität.

Daher sollte jede Führungskraft sich erst einmal mit dem eigenen Stil auseinandersetzen, ein Gefühl für den eigenen Führungsstil bekommen. Sich mit der eigenen Führung an den individuellen Bedürfnissen, Eigenschaften, Stärken und Schwächen des Teams zu orientieren, kann jedoch nur gelingen, wenn Sie sich selbst umfassend „studiert“ haben.

Wenn Sie  gelernt haben, wie Ihr eigener Stil eigentlich aussieht. Ich habe hier zwei von vielen Modellen vorgestellt bzw. kurz angerissen, aber in der Realität können diese, wie auch die unzähligen anderen Methoden, nur funktionieren, wenn sie zu Ihnen, zu Ihrer eigenen Persönlichkeit passen.

 

Bevor Sie sich auf individuelle Führung fokussieren, analysieren Sie erst einmal sich selbst. Danach können Sie sich überlegen, wie Sie mit den Herausforderungen einer Führungskraft am besten umgehen.

 

Kennen Sie Ihren individuellen Führungsstil?

Wie gut kennen Sie sich schon? Haben Sie den Führungsstil gefunden, der zu Ihren Mitarbeitern und auch zu Ihnen passt? Leben Sie die individuelle Führung? Oder favorisieren Sie doch eher Methoden, die zu einer gewissen Gleichbehandlung der Gruppe führen?

Wie oft und in welchen Situationen stoßen Sie an Grenzen? Und wenn das der Fall ist, sind dann eher die Aufmüpfigen das Problem oder doch die Stillen, deren Potenzial Sie (noch) nicht erkannt haben?

Ich freue mich über Ihre Äußerungen, Meinungen und Erfahrungen, gern hier als Kommentar unter dem Artikel. Oder, wenn Sie mögen, in Form einer Mail oder eines Anrufes.

 

Haben Sie Lust, Ihren persönlichen Führungsstil genauer herausfinden?

Damit Sie ihn noch gezielter und authentisch einsetzen können? Dann melden Sie sich bei mir! Holen Sie sich Ihr Führungsstilprofil!

Wenn Sie Klarheit darüber haben wollen, wie und warum Ihr „Lieblings-“ Führungsverhalten Sie in Ihrem Führungsalltag beeinflusst, dann lassen Sie uns Ihr Führungsprofil erstellen. Ganz „nebenbei“ erfahren Sie auch noch, wie Sie Ihre Stärken noch mehr einsetzen können und wo ihre Stolpersteine liegen.

 

Und woher weiß ich nun, welches Führen meine Mitarbeiter brauchen?

Das können wir uns auch genauer anschauen. Wir übertragen Ihr Wissen aus Ihrem Führungsstilprofil  sofort auf Ihren Alltag und zeigen auf, wie Sie jeden einzelnen Mitarbeiter am besten steuern und führen.

Und Sie können lernen, wie Sie das in Zukunft schnell und einfach selbst herausfinden. Wie Sie bltzschnell einschätzen, wie Ihre Mitarbeiter, Kollegen, ja sogar Ihre Chefs  oder Kunden, kurz jeder, mit dem Sie es zu tun haben, „ticken“.

Damit können Sie dann ganz spielerisch Ihr Verhalten, Ihr Führen, Ihr ganzes Kommunizieren so einsetzen, dass Sie alle „Ihre“ Menschen leichter und sicherer erreichen. Denn natürlich können Sie das Gelernte auf jede Situation übertragen, überall anwenden, wenn Sie das möchten. Aber dazu dann zu gegebener Zeit mehr.

Haben Sie Lust das auszuprobieren? Dann mailen Sie mir mit dem Betreff: „Führungsstilprofil“ und wir vereinbaren kurzfristig einen Termin. Ich freu mich auf Sie!

 

 

 

vorherige Beiträge
nächste Beiträge

Möglicherweise interessiert Sie: